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Helle Kletten K: Review aus der Sicht eines Bushcrafters, von Padraig Croke

Ich habe mich ziemlich gefreut, als Knivesandtools mich bat, das neue Helle Kletten K zu testen. Diese norwegische Messerfirma interessiert mich schon seit einer Weile. Und da ich in letzter Zeit immer mehr Leute mit Helle-Messern sehe, wollte ich selbst sehen, woher der Hype kommt.

Was mich an diesem Messer jedoch am meisten interessiert, ist die Tatsache, dass es mit dem Konzept eines traditionellen Taschenmessers bricht. Es ist eher eine kleinere Version dessen, was ich normalerweise tragen würde. Das gesamte Design, die Ergonomie und nicht zu vergessen die Klingenform sind definitiv Eigenschaften, die man von einem Messer mit feststehender Klinge erwartet. Schauen wir uns dieses kleine Taschenmesser also einmal von Nahem an.

Warum solltest Du ein Taschenmesser bei Dir tragen?

Es gibt viele Gründe, dass man ein Taschenmesser bei sich trägt. Es spricht vieles dafür, immer ein einfaches Werkzeug dabei zu haben. Jeder hat andere Ansprüche an sein Messer und so gibt es für jeden das richtige Messer. Manche Leute brauchen feinere Werkzeuge wie Ahlen und Feilen und tragen daher ein Schweizer Taschenmesser oder ein Leatherman als normales Taschenmesser bei sich. Es gibt sogar noch mehr Unterscheidungsmerkmale. Bist Du mehr der EDC-Typ? Mit einer Vorliebe für taktische Messer wie das Spyderco Paramilitary? Oder siehst Du Dich mehr mit einem Taschenmesser wie dem Benchmade Bugout? Du siehst: Es gibt wirklich für jeden das passende Messer.

Ich arbeite viel draußen an Aufgaben rund um das Kanuzentrum, in dem ich arbeite. Manchmal, wenn ich campen gehe, brauche ich ein kleineres Messer zusätzlich zu meinem größeren feststehenden Messer. Meistens benutze ich mein feststehendes Messer, um das Lager zu errichten. Sei es für die Verarbeitung von Brennholz, den Bau eines Unterstandes, das Schneiden von Topfaufhängern für über dem Feuer, oder was eben sonst noch zu tun ist Aber wenn das alles erledigt ist, lege ich mein großes Messer meist wieder beiseite. Manchmal stecke ich es sogar zurück in meinen Rucksack. Wahnsinn, ich weiß... Aber hier kommt mein Multitool oder Taschenmesser ins Spiel. Vor allem für die kleineren Aufgaben wie das Öffnen von Lebensmittelverpackungen, das Schneiden von Gemüse oder das Schnitzen einer Gabel. Warum also ein feststehendes Messer mit einer Klinge von mehr als 10 cm bei sich führen, wenn man es doch nicht mehr benutzt? Gleiches gilt übrigens für Firesteels und Pouches. Ein bisschen kontrovers vielleicht. Aber die meiste Zeit brauche ich diese Dinge nicht mehr, und sie sind mir sogar im Weg, wenn ich sie den ganzen Abend herumtragen muss. Ich fühle mich einfach freier, wenn ich ohne sie herumlaufe, wenn ich zum Beispiel Wasser oder Brennholz hole.

Das Helle Kletten

Wie bereits erwähnt, gibt es für jeden das passende Tool. Es ist davon auszugehen, dass die meisten Taschenmesser nicht so gut für die Holzbearbeitung geeignet sind wie ein feststehendes Messer mit Scandi-Schliff. Meiner Erfahrung nach liegt das oft an zwei Dingen: an der Ergonomie und Dicke des Griffs und am Schliff der Klinge. Ausnahmen wie z.B. das Casström Lars Fält Folder vielleicht, ein wirklich solides Taschenmesser mit starkem Scandi-Schliff hatte ich nie gesehen, bis ich auf das Kletten stieß. Dies macht einen großen Unterschied, wenn Du Dein Messer für die Holzbearbeitung verwendest. Dafür ist die Scandi-Schneide nämlich viel besser geeignet. Es schneidet Material viel effizienter weg als ein flachgeschliffenes Messer. Das merkt man, vor allem als Anfänger, beim Schnitzen von Feathersticks und Kerben. Natürlich ist das auch mit einem flachgeschliffenen Messer zu schaffen. Aber es gibt einen guten Grund, weshalb die meisten Bushcraftmesser eine Scandi-Schneide haben. Zum Schneiden von Lebensmitteln oder Ausweiden von Wild ist diese Art Schneide allerdings nicht so gut geeignet. Darüber solltest Du also auch nachdenken.

Verarbeitungsqualität und Ergonomie

Für mich war das einer der wichtigsten Faktoren für das Helle Kletten. Die solide Klinge von 5 cm ist perfekt für Arbeiten rund ums Camp. Die Klinge mit Verrieglung ist leicht zugänglich und man hört ein beruhigendes Klicken, wenn man sie öffnet. Wenn ich in Gedanken bin, habe ich das Messer oft in der Hand und öffne und schließe es immer wieder, weil es sich so angenehm anfühlt. Mit ein bisschen Übung kann man die Klinge sogar mit nur einer Hand öffnen. Dabei muss man die Klinge zwischen Daumen und Mittelfinger klemmen, um so den Griff wegzuschieben. Die Verriegelung gibt Dir die Gewissheit, dass man ein solides Werkzeug in Händen hält. Die Klinge aus laminiertem, rostfreiem Stahl ist sehr scharf geschliffen. Zudem lässt sie sich extrem einfach mit einem Schleifstein schärfen, da man fast die gesamte Klinge auf einmal auf den Stein legen kann. Ich würde nur einen Klingenrücken von 90 Grad hinzufügen, sodass man ihn mit einem Firesteel benutzen kann. Ich muss aber auch sagen, dass man das Messer angenehmer länger benutzen kann, da es diesen Winkel nicht gibt. Ein Tipp von mir (auch wenn das eher der letzte Weg sein sollte): Der Rand des Back-Locks selbst ist scharf genug für die Benutzung eines Firesteels. Dafür brauchst Du die Klinge also nicht.

Griffschalen

Die Griffschalen bei diesem Modell sind aus „Kebony“-Holz gefertigt. Das ist eine norwegische Erfindung, bei der Holz mit Reststoffen aus der Biomasseproduktion gefärbt und stabilisiert wird. Als solches ist dieses Material superstark und widerstandsfähig. In diesem Fall wurde ein Stück Ahornholz verwendet. Während des Kebony-Prozesses wurde dieses Holz sehr dunkel. Mit der Zeit wird das Holz jedoch heller und vergraut zunehmend. Aus diesem Grund ist es ratsam, den Griff von Zeit zu Zeit zu ölen. Ich mag die Torx-Schrauben übrigens nicht so sehr. Sie sind sehr weich, und eine der Schrauben ist bereits nach wenigen Malen ein- und ausdrehen kaputt. Man sollte auch beachten, dass der Griff rund geschliffen wurde, nachdem die Schrauben bereits drin waren. Das bedeutet, dass Du die Schrauben an genau der gleichen Stelle wieder eindrehen musst. Das ist aber nicht weiter dramatisch. Ich habe nicht vor, die Griffschalen in nächster Zeit abzunehmen. Aber meiner Meinung nach wurde dieser Punkt einfach nicht gut genug durchdacht. Das Messer ist nicht günstig. Für diesen Preis könnte man auch eine gute Axt kaufen. Es ist also ein negativer Punkt, der genannt werden sollte.

Dennoch liegt das Kletten hervorragend in der Hand. Es passt bequem in drei Finger, wobei das Ende genau zwischen meinem Ringfinger und dem kleinen Finger liegt. So kann ich den Griff gut in der Hand fixieren. Wenn ich den Griff mit einem „reverse grip“ greife, ist das ein wenig unkomfortabler. Der Teil, der normalerweise zwischen meinem Ringfinger und dem kleinen Finger landet, drückt störend in meine Hand. Man kann nicht immer alles haben. Aber ich frage mich dennoch, ob der Griff mit einer anderen Form nicht ein bisschen allgemein tauglicher wäre. Unterm Strich ist es jedoch ein guter Griff für leichtere Aufgaben.

Verpackung

Natürlich macht man den Kauf eines Messers nicht davon abhängig, trotzdem möchte ich es erwähnt haben: Das Kletten wird in einer tollen Verpackung geliefert. Die Verpackung erinnert an die eines guten Whiskys. Ich denke, die Präsentation ist ein unterschätztes Thema bei vielen Messermarken. Vor allem in Zeiten von Unboxing-Videos auf YouTube ist es ein wichtiger Punkt. Ich denke auch, dass die Präsentation eine gewisse Erwartungshaltung an die Qualität für den Endverbraucher schafft. Eine günstige Verpackung ist für mich oft schon ein Hinweis, dass ein günstiges Werkzeug darin steckt. Natürlich sagt es nicht wirklich etwas darüber aus, wie brauchbar das Messer ist. Aber es gibt doch ein gewisses Gefühl. Im Inneren der Verpackung gibt es ein kleines Büchlein über Helle und ihre Fabrik, eine Lederkordel, die lang genug ist, dass man eine Halskordel daraus machen kann (auch wenn ich sie als Lanyard benutze) und ein Helle-Poliertuch zur Reinigung des Messers. Eine schöne, kleine Verpackung, die sich auch eine tolle Geschenkverpackung ist.

Fazit

Alles in allem denke ich, dass dies ein fantastisches kleines Taschenmesser ist. Wie erwähnt ist es kein günstiges Taschenmesser aber ich denke, dass der Preis weitgehend gerechtfertigt ist. Eine solide Verriegelung und ein guter Stahl machen es zu einer wahren Freude, dieses Messer zu benutzen. Abgesehen von kleinen Nachteilen wie die Schrauben ist es also eine gute Wahl.

Vorteile

  • Toller Stahl, leicht zu schleifen und eine gute Beibehaltung der Schärfe
  • Liegt angenehm in der Hand und ist komfortabel zu benutzen
  • Die Verriegelung ist solide und robust
  • Schöne Verpackung, ideal als Geschenk

Nachteile

  • Holz verfärbt sich bei falscher Pflege
  • Schrauben sind ein wenig weich
  • Schrauben in Kombination mit dem Griff können ein Problem sein, wenn man sie nicht wieder richtig einschraubt
Padraig Croke

Padraig Croke ist ein begeisteter Bushcraft- und Outdoorfan, Löffelschnitzer und Wanderer. Er ist Co-Host des Podcasts „The Trial by Fire“, einem Podcast über Bushcrafting und andere Outdooraktivitäten, das alle zwei Monate ausgestrahlt wird. Er ist auch Admin bei der Living to Learn Online-Community und Designer beim Bushcraft Journal Magazine.

Im Podcasts „The Trial by Fire“ diskutieren Padraig Croke und Joe Price über alles, was mit Bushcrafting und Outdoor zu tun hat. Du findest alle Episoden auf TrialByFire. Außerdem findest Du sie auch, wenn Du auf iTunes, Spotify und Sicherlich nach „The Trial by Fire Podcast“ suchst. Vergiss nicht, @thetrialbyfirepodcast auf Instagram zu folgen.

Danke Padraig für Deine tolle Review!

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