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Lager für Taschenmesser: alle Washers und Kugellager im Überblick

Damit man ein Taschenmesser gut öffnen und schließen kann, muss es zwischen Klinge und Griffschalen ein Lager geben. Das kann ein flacher Ring sein, ein sogenannter Washer, oder auch Kugellager. Bei diesen beiden Optionen sind wiederum verschiedene Materialien möglich, wobei alle Vor- und Nachteile bieten. Wir haben sie für Dich zusammengefasst.

Washers für Taschenmesser

Ein Washer ist ein flacher Ring rund um die Gelenkschraube. Im Allgemeinen gilt: Je größer der Washer, desto stabiler wird die Klinge gelagert. Wenn Du weißt, dass Du Dein Messer für intensive und schwere Schneidaufgaben nutzen wirst, ist ein Messer mit größeren Washers eine gute Option für Dich. In der Kategorie Washers gibt es zwei Materialien, die häufig vorkommen: Phosphorbronze und Teflon®.

Phosphorbronze-Washers

Phosphorbronze-Washers

Phosphorbronze wird bei Washers am häufigsten genutzt. Die kupferfarbenen Washers sind bekannt als stärkste Option für ein Taschenmesser. Das Material selbst ist eine Legierung aus phosphor- und zinnhaltigem Kupfer. Es ist ziemlich zäh und durch die Zugabe von Phosphor oxidiert es nicht wie reines Kupfer.

Phosphorbronze hat einen niedrigen Reibungskoeffizienten, wodurch es für angenehm reibungsloses Öffnen und Schließen des Taschenmessers perfekt ist. Außerdem haben Washers weniger probleme mit Schmutz als Kugellager. Du solltest Phosphorbronze jedoch immer geschmiert halten. Trocken bewegt es sich nicht und kann sich schneller abnutzen. Wenn man all die Vorteile sieht, ist das jedoch nur ein kleines Opfer, das man bringen muss.

Teflon®-Washers

Teflon® Washers

Das von DuPont hergestellte Teflon ist ein besonderes Material. Du kennst es vielleicht von Pfannen, es wurde jedoch ursprünglich für die Nutzung der Nasa beim Space Shuttle entwickelt. Als Antihaftbeschichtung in Töpfen und Pfannen ist Dir sicher bereits bekannt, dass es eine gute Gleitfähigkeit besitzt. Perfekt also, um die Reibung zwischen einer Klinge und einem Handgriff zu beseitigen. Ein großer Vorteil von Teflon ist, dass es sogar „trocken” ohne Fett oder Öl noch reibungslos läuft. Ein Taschenmesser mit Teflon-Washers kann man deswegen zur Reinigung auch ganz einfach unter heißem Wasser abspülen. Mit ein wenig Schmierung läuft es sogar noch besser.

Natürlich sind auch mit diesem Antihaftmaterial Nachteile verbunden. Teflon lässt sich beispielsweise ein wenig eindrücken, wenn zu viel seitliche Kraft auf die Klinge ausgeübt wird. Nichts, was Probleme mit sich bringt, aber es ist ein Unterschied zu Phosphorbronze.

Kugellager für Taschenmesser

Da Flipper-Taschenmesser in den letzten Jahren immer beliebter wurden, sieht man auch immer häufiger Kugellager. Früher gab es diese nur bei sehr teuren Messern, heute auch bei günstigeren Modellen. Da die Kugeln zwischen der Klinge und dem Frame mitrollen, laufen Messer auf Kugellager meistens sehr gleichmäßig und ruhig.

Stahl-Kugellager

Allerdings bieten auch Kugellager ein paar Nachteile. So sind sie zum Beispiel schmutzempfindlicher. Etwas Schmutz aus Deiner Hosentasche kann manchmal schon dafür sorgen, dass der Lauf Deines Messers bedeutend beeinträchtigt wird. Daher sollte man regelmäßig mit Druckluft durchblasen. Außerdem laufen Kugellager trocken nicht wirklich angenehm. Fett oder Öl ist deswegen immer notwendig. Jedes Messer ist anders. Das eine Messer läuft besser mit Fett, das andere mit Öl.

Man hört auch mal, dass gesagt wird, dass die Kontaktoberfläche zwischen Kugellagern und sowohl der Klinge als auch dem Frame ziemlich klein ist. Dies würde zu viel Druck auf eine kleine Kontaktoberfläche ausüben. Vergleichbar ist es mit einem Pfennigabsatz, der auf eine Stelle mehr Druck ausübt als ein flacher Schuh. Dies könnte dann dazu führen, dass insbesondere der Frame des Taschenmessers relativ schnell verschleißt. Glücklicherweise berücksichtigen Hersteller dies, indem sie häufig Stahl-Washers zwischen dem Frame und die Kugellager platzieren. Wir finden, dass dies ein Nachteil ist, der über die gesamte Lebensdauer des Taschenmessers nur wenig ausmacht.

Stahl-Kugellager vs. keramische Kugellager

Stahl-Kugellager sind der Standard auf dem Markt. Dennoch sehen wir in der letzten Zeit immer mehr keramische Kugellage, das wirft die Frage auf: Weshalb ist das so?

Keramische Kugellager

Es gibt verschiedene Argumente, aber eigentlich lassen sich alle auf eine Tatsache zurückführen: Keramik ist härter als Stahl. Die härteren Lager sorgen für einen noch ruhigeren Lauf als die Stahl-Kugellager. Generell gilt die Meinung, dass keramische Kugeln weniger schnell verschleißen als Stahl-Kugeln. Das ist sicher nicht verkehrt, wir nehmen jedoch an, dass dies ein Unterschied ist, den man frühestens nach vielen Jahren intensiver Nutzung merkt.

Rost spielt ebenfalls eine kleine Rolle. Stahl, sogar rostfreier Stahl, kann im Laufe der Zeit rosten. Da bei Kugellagern in der Regel Fett verwendet wird, wird das Risiko auf Rost stark verringert. Allerdings kann man unter maritimen Bedingungen trotzdem Probleme mit ein paar Flecken oder Rost bekommen. Das ist ein Vorteil von keramischen Kugellagern: Sie rosten nicht.

Keramische Kugellager sind jedoch häufig teurer als Stahl-Kugellager. Das merkt man auch schnell beim Kaufpreis des entsprechenden Messers. Du solltest Dich dann fragen, ob sie wirklich so viel Mehrwert gegenüber den alten, vertrauten Stahlkugeln bieten.

Ausnahmen und weitere Materialien

Bei den oben genannten Optionen sind wir von den häufigsten Fällen ausgegangen. Natürlich gibt es immer Ausnahmen. Immerhin gibt es Hunderte von Taschenmesserherstellern und auch die Technologie steht niemals still. Es gibt Messer, die überhaupt keine losen Washers oder Kugellager haben, aber in den Griffschalen mit dem gewünschten Lager versehen sind. So hatte das mittlerweile nicht mehr erhältliche Spyderco Pingo zum Beispiel an der Innenseite des FRN-Griffs Ausstülpungen, die für den gewünschten ruhigen Lauf sorgen.

Fazit: Welches Lager soll ich denn nun wählen?

Dass jeder Washer und jedes Kugellager eigene Vor- und Nachteile bieten, ist klar. Auf dieser Grundlage kannst Du entscheiden, welcher Typ am besten für Deinen Gebrauch geeignet ist. Wenn Du z.B. viel an schmutzigen Orten arbeitest, ist ein Washer die bessere Option. Wenn Dir der ruhige und flüssige Lauf Deines Messer am wichtigsten ist, dann ist ein Kugellager besser. Am Ende des Tages musst Du Dich selbst entscheiden, was Dir am wichtigsten ist.


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